Hallo Unbekannter !
 

Kodak Aero Ektar 7"

Juni 7th 2010 by Ronnie in Analog, Fotografie, Tools

Uhh, ziemlich lange – um genau zu sein – länger als ein halbes Jahr habe ich regelmäßig das große Auktionshaus abgegrast und nach "meiner" Linse gesucht.

Wenn ich mal eines dieser seltenen Exemplare entdeckt habe, dann habe ich auch jedesmal mitgeboten. Nur der Preis war mir zu heiß. Vor wenigen Tagen hat es dann doch geklappt!

Die Rede ist vom Kodak Aero Ektar mit einer Brennweite von 7 Zoll (178 mm). Das Objektiv hat im 2. Weltkrieg seinen Dienst an einer K-24 Luftbildkamera zur Luftaufklärung geleistet und war z.B. an Bord eines B-52 Bombers der Alliierten.

Topcon hat nach dem Krieg die Objektive umgerüstet und sie für verschiedene Kamerasysteme adaptiert. Mein Exemplar ist von 1944 und ist an einen Adapter montiert, welcher an die Topcom-Kleinbildkameras und an die älteren Exa-Bajonette passt.

Der Adapter an sich war für mich weniger von Interesse, ist aber insofern interessant, da er an meine alte Exa 1a passt.

Aero_Ektar_1

Aero_Ektar_2Aero_Ektar_3

Viel interessanter und auch der Hauptgrund für den Kauf war die Möglichkeit, die Linse an die "Graflex Pacemaker Speed Graphic" (ich liebe den Namen) zu montieren. Das Objektiv schafft einen Bildkreis von 5×5 Zoll und schreit förmlich nach der Speed Graphic.

Das Interessante an diesen Objektiv ist die Lichtstärke von f/2.5 bei diesem Format. Großformatobjektive fangen da meist erst deutlich (teilweise 2 Blenden) "später" an und somit ist das Aero Ektar da schon eine Ausnahme. Die Brennweite entspricht (vom Bildwinkel) am Kleinbild einer Normalbrennweite (ca. 50 mm) und will am Großformat erst einmal beherrscht werden.

Nun kommen wir zu einer "Besonderheit" solcher Linsen! Die Gläser zeichnen sich durch eine anomale Dispersion aus und zählen somit zu den hochbrechende kinderSondergläsern im Objektivbau. Früher wurden die Gläser noch aus kristallinen Calciumflourid hergestellt, welches doch recht zerbrechlich war.

Aus dem Grund ist man dazu übergegangen Gläser mit Anteilen von Thoriumoxid herzustellen, welches aber durch die ausgehende Radioaktivität auffällt.

Doch bevor hier besorgte Leser kommentieren: Das Objektiv liegt nicht in der Wohnung, das Töchterlein spielt nicht damit, ich spiele nicht stundenlang damit :-). Außerdem ist nicht die Strahlenmenge sonder die Art der Strahlung ausschlaggebend. Bei einem Alphastrahler (wie Thorium) sollte ein Objektivdeckel genügen, um die Exposition zu minimieren.

Eine Röntgenuntersuchung im Bereich des Kiefers sollte so bei einer Belastung von ca. 10µSv liegen, eine Untersuchung im Brustkorbbereich bei ca. 20-80µSv.

Thorium hat eine Halbwertszeit von ca. 14 Mrd. Jahren. Jede Strahlungsquelle mit einer Halbwertzeit von weniger als ein paar Hunderttausend Jahren ist so hoch-radioaktiv, dass man es daher nie in ein Objektiv einbauen würde.

Wie auch immer…

Das Objektiv meiner strahlenden Träume ist jetzt meins! :-)

Mittlerweile hängt es dank einer tollen Adaption auch schon an der Graflex und ich kann Euch jetzt schon sagen:

WOW!!!!

In den nächsten Tagen werde ich mal meine Traumkombination hier zeigen und dann gibt es auch die ersten Testbilder zu sehen.

Wow, schon 4 Kommentare zu “Kodak Aero Ektar 7"”

  1. Gravatar of Pet-R Pet-R sprach am